Institut für Gestaltfortbildung Hamburg – Gestalttherapie und mehr


Idee von Gestalttherapie
     
 

" Etwa fünfzehn Zentimeter lang. Ein rotes, gefaltetes Gebilde mit einem geraden grünen Anhängsel."
" Riechen Sie doch mal dran", schlug ich vor.
" Herrlich!" rief er. "Eine junge Rose, welch ein himmlischer Duft."
Es hatte den Anschein, als vermittelte sich ihm die Realität nicht über den Gesichts- sondern über den Geruchssinn.
Nach O. Sacks: Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte

Wir begegnen Tag für Tag Millionen von Formen und können sie nur registrieren, indem wir sie zu Gestalten ordnen. Erst wenn es uns gelingt, bestimmte Formen als sinnvoll strukturiertes Ganzes wahrzunehmen, erkennen wir eine Gestalt.

Auch eine Situation ist eine Gestalt. Manchmal fehlt ihr etwas, das Ende vielleicht, oder wir vermissen einen Sinn. Dann grämen wir uns und suchen nach dem, was uns fehlt.

Eine unvollendete Situation ist eine unvollendete Gestalt. Typische Beispiele hierfür sind : ein abgebrochener Streit, eine unerledigte Arbeit, ein unterbrochener Liebesakt. Die Unvollständigkeit schmerzt. Solche Gestalten ziehen weiterhin Aufmerksamkeit auf sich. Sie stören die Möglichkeit, sich mit ganzer Energie etwas Neuem zuzuwenden.

 

 

Gestalttherapie als Haltung
     
  Leben wird als ein kontinuierlicher Wachstumsprozeß verstanden. In ihm verwandelt sich die Abhängigkeit des Kindes in Selbständigkeit. Die Entfaltung der Persönlichkeit steht im Vordergrund und nicht das Erreichen von bestimmten gesellschaftlichen Normen.

Bei der inneren Haltung geht es um die Art und Weise, mit der Umwelt und sich selbst in Kontakt zu treten und in Kontakt zu sein. Kontakt setzt vorurteilsfreies Interesse voraus, Neugier auf das Unbekannte und Freude daran, sich neuen Situationen zu stellen.
Nur im Kontakt mit sich selbst und dem jeweils Anderen ereigenen sich Wachstum, Entwicklung, Heilung und Sinnfindung.

 

 

Geschichte der Gestalttherapie
     
  Gestalt wurde in den 50iger Jahren von Fritz Perls zusammen mit Laura Perls und Paul Goodman entwickelt und ist seit den 70iger Jahren in Europa etabliert.
Gestalt hat vielfältige Wurzeln: in der Psychoanalyse wie im Behaviourismus, in der Gestaltpsychologie, der Phänomenologie, der Philosophie des Existenzialismus wie auch im Zen-Buddismus.

Gestalt hat sich zunächst entwickelt als Gestalttherapie, eine Form der Psychotherapie. Mittlerweile hat sie in die verschiedensten Berufsfelder Eingang gefunden wie z.B. die Gestaltpädagogik und Gestaltberatung. Sie hat sich als wirksamer Ansatz erwiesen in der Arbeit mit Einzelnen wie auch mit Paaren, Gruppen und Organisationen.